Allgemeine Sicherheitstipps für Jachtcharter

Vorbemerkung:
Die politische Situation auch in Mittelmeeranrainerstaaten sowie die Flüchtlingsproblematik hat Fragen der Sicherheit wieder stärker ins Bewußtsein der Charterer gerückt. Deshalb hat sich der VÖV entschlossen, allgemeine Hinweis zu diesem Thema zu veröffentlichen.
Bitte bedenken Sie bei der Risikoeinschätzung aber:
Es war nie und ist nicht möglich, risikolos zu reisen. Man kann aber vorhersehbare Risiken verringern.

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Wenn Sie Gebiete mit hohem Sicherheitsrisiko meiden, ist das größte Risiko an Land die Fahrt mit dem Auto zum Flughafen oder an den Zielort und das unachtsame Überqueren von Straßen!
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Auf See sind die größten Risiken ungenügende Kenntnisse zur Schiffsführung und/oder die falsche Einschätzung einer Situation oder Situationsentwicklung sowie Selbstüberschätzung.
Individuelle Informationen:
Gerne beantworten wir auch Ihre persönlichen Fragen, bitten aber um Verständnis, dass das nur über E-Mail möglich ist:
voev@aon.at
Grund: Wir bemühen uns, auf Ihre Fragen einzugehen; Sie bekommen keine vorgefertigten Antworten.
Abhängig von Ihren Fragen kann das bedeuten, dass wir erst recherchieren müssen.

Allgemeine Informationen:
Informationen, wann ein bereits gebuchter Urlaub kostenlos storniert werden kann:

Das österreichische Recht sieht vor, dass man von einer gebuchten Reise ohne Zahlung einer Stornogebühr zurücktreten kann, wenn der Reiseantritt aus
unvorhersehbaren Gründen unmöglich oder unzumutbar wird. Dazu zählen auch Fälle höherer Gewalt, wie etwa Katastrophen.
Bitte bedenken Sie, dass individuelle Befürchtungen oder Ängste kein Rücktrittsrecht begründen.
Nähere Informationen dazu:

Empfehlungen:

Vor der Buchung:
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Informieren Sie sich über die allgemeine  Sicherheitslage und Reiseinformationen für die Länder Ihrer Zielgebiete sowie über die Situation in der Region, die Sie besuchen wollen:
Quelle: Reiseinformationen des österr. Außenministeriums:
·  Beziehen Sie auch ergänzende Informationen ein. (Etwa die des VÖV, objektiv recherchierte Medienberichte oder Informationen des Vercharterers bzw. der Charteragentur).
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Ziehen Sie daraus Ihre Schlüsse, aber bleiben Sie bei der Einschätzung von Sicherheitsrisiken realistisch:
Selbst wenn es für ein Land generelle Sicherheitswarnungen oder sogar partielle Reisewarnungen gibt, heißt das nicht, dass Sie in dem von Ihnen besuchten Gebiet davon betroffen sind. Es kann sogar sein, dass sich die Menschen dort ganz besonders um ihre Gäste bemühen.
Auch ein Blick auf die Landkarte lohnt sich in diesem Zusammenhang: Wie weit sind Unruheregionen entfernt?
Überlegen Sie, ob und welche Landausflüge Sie planen und welche Risiken Sie auf See zu erwarten haben.

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In jedem Fall meiden sollten Sie Seegebiete, in denen Piraterie möglich ist bzw. solche, die in Unruhegebieten liegen. Dazu zählt auch das Ankern in Buchten in Gegenden mit erhöhter Sicherheitsgefährdung durch Kriminalität oder die politische Situation. Auch Gebiete, wo Sie mit illegalen Grenzübertritten (Flüchtlinge) aber auch kriminellen Aktivitäten (Schmugglern) rechnen müssen, sollten Sie vor allem nachts meiden.
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Informieren Sie unbedingt Ihre Mitsegler über Ihre Erkenntnisse  und versuchen Sie nicht, persönliche Bedenken kleinzureden oder ein Crewmitglied zu überreden, trotz ernsthafter individueller Bedenken am Törn teilzunehmen.
Vor dem Urlaubsantritt bzw. der Übernahme der Jacht:

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Wenn es Ihnen (oder einem Crewmitglied) notwendig erscheint, überprüfen Sie die offiziellen Reiseinformationen und die Sicherheitslage bzw. Informationen für das Seegebiet des von Ihnen geplanten Törns.
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Erkundigen Sie sich am Stützpunkt, worauf Sie achten sollten und befolgen Sie diese Empfehlungen.

Verhalten bei Landausflügen:
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Befolgen Sie an Land eventuelle Empfehlungen des österr. Außenministeriums bzw. lokaler Behörden sowie Hinweise des Stützpunktpersonals.
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Bedenken Sie, dass Sie in Gegenden mit armer Bevölkerung schon deshalb als „reich“ gelten, weil Sie sich die Anreise und den Jachturlaub leisten können. Verstärken Sie das bei Landgängen nicht noch durch das Tragen von teurem Schmuck, Mitnahme von großen Bargeldbeträgen oder zeigen „dicker Brieftaschen“ bzw. protziges Verhalten in Lokalen.
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Respektieren Sie die Landes- und vor allem religiösen Sitten – auch bei Ihrer Kleidung.
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Wenn Sie allein unterwegs sind:
Meiden Sie Situationen, in denen Sie im Ernstfall nicht auf Hilfe zählen oder die Sie nicht einschätzen können. Seien Sie vorsichtig und nicht zu vertrauensselig. Gehen Sie kein Risiko ein.
Als Frau: Bitte bedenken Sie, dass es immer noch Regionen gibt, wo Frauenrechte
 nicht in dem Maß respektiert werden, wie das etwa in der EU verlangt und dort meistens auch berücksichtigt wird.
In solchen Gebieten zu demonstrieren, wie emanzipiert Sie sind, kann gefährlich sein..
Für das Verhalten in realen Gefahrensituationen informieren Sie sich bitte bei kompetenten Stellen, etwa den Informationsseiten der Polizei.

Zur Terrorgefahr:
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Das Risiko, Opfer eines Anschlags oder einer Auseinandersetzung zu werden, lässt sich nicht völlig vermeiden aber beträchtlich verringern, wenn Sie die diesbezüglichen Ratschläge des österr. Außenministeriums für gefährdete Gebiete befolgen.
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Generell bevorzugen Terroristen Anschlagsziele mit großer Öffentlichkeitswirkung:
Das sind große oder größere Städte und touristischen Zentren und in diesen öffentliche Verkehrsmittel, belebte Restaurants und Veranstaltungsorte. Bei bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen aber auch Regierungs- und Militäreinrichtungen.

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Ganz allgemein vermeiden Sie bitte auch sich in der Nähe von Protestveranstaltungen oder Versammlungen jeglicher Art aufzuhalten bzw. dort sogar zu fotografieren