Coronavirus – Informationen für Charterer
(Unverändert gültig seit: 21.03.2020)

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Allgemeine Informationen
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In Medien wird in Zusammenhang mit Informationen für Reisende meist über die Möglichkeiten informiert, welche Menschen haben, die eine Pauschalreise gebucht haben.
Meist geht es dabei um Fragen eines Reiserücktritts.

Wichtig für Charterer einer Jacht:

Gesetzlich geregelt sind nur die Rücktrittsmöglichkeiten mit Kostenrückerstattung bei Pauschalreisen.
Selbst bei diesen kommt es allerdings sehr oft auf den Einzelfall an.

Urlaube auf einer Charterjacht sind im Regelfall keine Pauschalreise.
Ob ein Grund zu einem Reiserücktritt mit Kostenrückerstattung vorliegt, muss deshalb individuell geklärt werden.
Bitte bedenken Sie dabei, dass im Falle des Coronavirus einige damit zusammenhängende Fragen juristisch nicht eindeutig geklärt sind.

Deshalb bitten wir um Verständnis, dass der VÖV keine allgemein gültigen Aussagen treffen kann.
Statt dessen versuchen wir Möglichkeiten aufzuzeigen, die eine Basis für zufriedenstellende Lösungen bieten.
Diese werden dann leichter zu finden sein, wenn beide Vertragspartner versuchen, sich in die Situation des anderen zu versetzen.

Selbst wenn es objektive Gründe gibt (1), die es unmöglich oder unzumutbar machen, dass Sie ihren Charter wie geplant verwirklichen, wird es schwierig sein, einen Vertragsrücktritt gegen den Willen des Vercharterers durchzusetzen. Das selbst dann, wenn Sie bereit sind Aufwand und Risiken einer gerichtlichen Auseinandersetzung in Kauf zu nehmen.

Deshalb empfehlen wir:
Bewahren Sie bitte einen kühlen Kopf
und bitten Sie auch die anderen Teilnehmer ihres Törns darum.
Das bedeutet, sich zu überlegen, wie konkret sie von Ereignissen oder Maßnahmen betroffen sein könnten, die mit dem Auftreten von Coronaviruserkrankungen zusammenhängen (2).
Betreffen diese Überlegungen die Zukunft, können sie das Thema nur in Form von „was ist, wenn" Fragen behandeln. Einen Rücktritt könnten Sie aufgrund der tatsächlichen Situation nicht begründen und sowohl bei einer Terminverschiebung oder einem Revierwechsel könnte es sein, dass Sie sozusagen vom Regen in die Traufe kommen.

Beraten Sie sich mit Ihrem Vercharterer oder Ihrer Charteragentur.
Die Mitglieder des VÖV verfügen über sehr viel Erfahrung. Aufgrund der leider immer wieder auftretenden Krisen umfaßt diese auch das Wissen, wie man solche meistern kann.
Der VÖV ermöglicht nicht nur, dass die Erfahrungen der einzelnen Mitglieder allen Mitgliedern zugänglich sind sondern unterstützt diese mit kompetenter Sachinformation. Diesen Service können selbstverständlich auch Charterer in Anspruch nehmen.

(1)    Objektive Gründe sind solche, die sich auf Fakten stützen, also etwa Reisewarnungen oder auch gesicherte Information über die Situation im Urlaubsgebiet oder die Reisemöglichkeiten dorthin.
        Wichtig ist allerdings, dass sich die Warnung oder Situation auf den Zeitpunkt und Ort Ihrer Reise bezieht.
(2)    Informationen über das Coronavirus und damit zusammenhängende Fragen finden Sie u.a. auf der Website des Sozialministeriums unter:

        sozialministerium.at - Themen - Informationen zum Coronavirus
        Reiseinformationen und Reisewarnungen finden Sie auf der Website des Aussenministeriums:

        bmeia.gv.at - Reise & Aufenthalt
         
Hinweis: Das österreichische Aussenministerium klassifiziert Sicherheits- und Reisewarnungen in 6 Stufen.
        Stufe 4 bedeutet "hohes Sicherheitsrisiko in einem Land".
        Reisewarnungen beginnen bei Stufe 5 (partielle Reisewarnung). Stufe 6 bedeutet: Reisewarnung für ein Land.

Rücktritt vom Chartervertrag oder dessen Stornierung wegen der Auswirkungen des Coronavirus
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Die weltweiten Auswirkungen des Coronavirus sind kaum abschätzbar und stellen auch die Charterbranche vor bisher nicht dagewesene Probleme.
Diese so zu lösen, dass die Folgen für die gesamte Branche nicht verheerend sind, erfordert die Bereitschaft zu Kulanz und gegenseitigem Verständnis. Deshalb hat der VÖV Empfehlungen ausgearbeitet, die es den Vetragspartnern erleichtern, Lösungen zu finden, welche die berechtigten Interessen beider Seiten berücksichtigen. Die Chance dafür sehen wir im Bestreben, Verschiebungen von Chartern zu ermöglichen, die Kunden ein hohes Maß an Flexibilität sichern und auch zu einem Zeitpunkt möglich sind, wo es noch kein Rücktrittsrecht gibt.
Sozusagen als Gegenleistung ersuchen wir Charterkunden ein für sie passendes Verschiebungsangebot zu akzeptieren. Das selbst dann, wenn sie vermeintlich das Recht auf einen Vertragsrücktritt haben. Ob das tatsächlich so ist, entscheidet bei Individualreisen immer der Einzelfall. Verständnis für die Situation des Vercharterers kann also durchaus auch die eigenen Interessen besser schützen als das Beharren auf einem vermeintlichen Anspruch.
Dabei muss man bedenken, dass Vertragsrücktritt oder Storno hinsichtlich der Konsequenzen ident sind aber trotzdem Unterschiede aufweisen.
Vertragsstorno
Stornieren kann jeder Vertragspartner einen Vertrag jederzeit. Allerdings zu den im Vertrag festgelegten Bedingungen.
Vertragsrücktritt
Der Rücktritt vom Vertrag bedeutet die Auflösung des Vertrages also die Aufhebung der beiderseitigen Verpflichtungen sowie die Zurückstellung schon erbrachter Leistungen, wie etwa die Refundierung geleisteter Zahlungen.
Ein Rücktrittsrecht besteht nur dann, wenn es ausdrücklich vereinbart oder durch Gesetz eingeräumt wird. In jedem Fall muss es sich um schwerwiegende Gründe handeln.
Im Fall von Charterbuchungen müssen diese wie auch bei Pauschalreisen zeitnah zum Reisebeginn vorliegen. Schließlich können sich Situationen ändern.

Deshalb
empfiehlt der VÖV:
Verschiebung des Charters:
Da es sich um einen Fall handelt, wo keiner der Vertragspartner schuld am Problem ist, empfiehlt der VÖV den Vertragspartnern eine Verschiebung des gebuchten Charters anzustreben, bei der beide Seiten der anderen weitestgehend entgegenkommen.
Das könnte in der Form erfolgen, dass die Kunden den Vertrag stornieren können, statt einer Refundierung aber eine Gutschrift für die geleisteten Zahlungen erhalten.
Der VÖV empfiehlt eine Laufzeit der Gutschrift bis Ende 2021.Das erhält dem Vercharterer den Kunden, verschafft dem Kunden aber ein hohes Maß an Freiheit für die neue Buchung. Die Alternative ist eine Stornierung entsprechend den Vertragsbedingungen. 
Auch dabei empfiehlt der VÖV größtmögliche Kulanz.
Vertragsrücktritt:
Ist es 10 Tage vor Charterbeginn wahrscheinlich, dass wichtige Gründe es dem Vercharterer oder Kunden nicht ermöglichen, den Charter wie geplant durchzuführen, empfiehlt der VÖV:
Auch in diesem Fall erscheint eine einvernehmliche Verschiebung die beste Lösung.
Ist diese nicht zu erreichen, empfiehlt der VÖV, Charterkunden als Alternative den Vertragsrücktritt mit Refundierung der geleisteten Zahlungen zu ermöglichen, wenn diese den Charter voraussichtlich aus Gründen nicht antreten können, die nicht bei ihnen selbst liegen.
*)

Solche Gründe sind:
Kunden müssen aufgrund der aktuellen Situation davon ausgehen,

·    
dass es ihnen nicht möglich ist, den Übergabeort der Yacht aufgrund behördlicher Anordnungen (etwa Quarantänebestimmmungen oder Einreiseverbote bzw. Reisewarnungen des Heimatlandes des Kunden) zu erreichen. In Österreich sind das Reisewarnungen des österreichischen Aussenministeriums der Sicherheitsstufen 5 und 6,
·    
dass es ihnen aufgrund von Reisebeschränkungen oder behördlichen Bestimmungen nicht oder nur mit Einschränkungen möglich sein wird, vom Urlaubsort nach Österreich zurückzukehren (etwa Quarantäneauflagen, Flugverbote etc.),
·     dass es keine Möglichkeit gibt, den Übergabeort mit öffentlichen Verkehrsmittel zu erreichen (das ist per Flug, Bus, Bahn oder Fähre),
·    
dass das öffentliche Leben im Chartergebiet aufgrund behördlicher Anordnungen (wie die Schließung von Geschäften, Restaurants, Museen, Ausgangsbeschränkungen etc.) stark eingeschränkt ist. 
*) Tatsächlich hängt die Rücktrittsmöglichkeit mit Refundierung der geleisteten Zahlungen bei Indivualreisen vom Einzelfall ab. Ist ein Verschiebungsangebot des Vercharterers zumutbar, zeigt seine Annahme nicht nur von Verständnis für den Vercharterer sondern ist auch klug.
Wenn der Vercharterer den Vertrag nicht erfüllen kann:
In diesem Fall kann der Kunde entscheiden, ob er eine Gutschrift für die geleisteten Zahlungen akzeptiert oder diese rückerstattet bekommen will.